[Rezension] Mörderinnen


9783442393367

Über das Buch:

Autor: Veikko Bartel

Verlag: Mosaik

Preis: 18€ (gebundene Ausgabe)

Inhalt:

Warum töten Menschen? Was lässt sie diese letzte Grenze überschreiten? In über 30 Tötungsdelikten hat Veikko Bartel schon vor Gericht verteidigt, in »Mörderinnen« erzählt er die vier spektakulärsten, anrührendsten, grausamsten Fälle: die Kindsmörderin, die Sadistin, die Gattenmörderin, die Giftmörderin. Eindrücklich schildert er die Hintergründe, die hasserfüllten Reaktionen der Öffentlichkeit und die biographischen Tragödien, die sich hinter den Taten verbergen. Seine Erzählungen stellen die Frage nach Gerechtigkeit und zeigen mit jedem Fall: Die Realität ist spannender als jeder Krimi.

Meine Meinung:

Zugegeben, ich habe einige Zeit gebraucht, um mich durch das Vorwort zu quälen, da es zwar gut geschrieben, jedoch für mich nicht ausreichend informativ war, um mich am Ball zu halten, weswegen ich das Buch auch für einige Zeit weggelegt habe. Als ich mich jedoch dazu durchringen konnte, ‚Mörderinnen‘ noch eine Chance zu geben, konnte ich es kaum noch aus der Hand legen, nachdem ich das Vorwort hinter mir gelassen habe. Es ist spannend geschrieben und Bartel schafft es, die Fälle zu schildern, ohne sie trotz ihrer erschreckenden Geschehnissen überspitzt wirken zu lassen. Anders als in Trillern oder Krimis werden die Täterinnen hier (überwiegend) nicht als gefühlskalte Monster beschrieben, sondern Menschen, deren Motive in gewissen Maßen auch nachvollziehbar sind. Es ist eine angenehme Abwechslung zu dem bösen Antagonisten in fiktiven Fällen.

[Gastrezension] Thalamus


Über das Buch:

Autor: Ursula Poznanski

Verlag: Loewe

Genre: Thriller

Preis: 16.95€ (Taschenbuch)

Inhalt:

Ein schwerer Motorradunfall katapultiert den siebzehnjährigen Timo aus seinem normalen Leben und fesselt ihn für Monate ans Krankenbett. Auf dem Markwaldhof, einem Rehabilitationszentrum, soll er sich von seinen Knochenbrüchen und dem Schädelhirntrauma erholen. Aber schnell stellt Timo fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Junge, mit dem er sich das Zimmer teilt, gilt als Wachkomapatient und hoffnungsloser Fall, doch nachts läuft er herum, spricht und droht Timo damit, ihn zu töten, falls er anderen davon erzählt.

Eine Sorge, die unbegründet ist, denn Timos Sprachzentrum ist schwer beeinträchtigt, seine Feinmotorik erlaubt ihm noch nicht niederzuschreiben, was er erlebt. Und allmählich entdeckt er an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind. Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte …

Meine Meinung:

Spannendes Sujet, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück

Die bisherigen Jugendromane von Ursula Poznanski waren meist auch für Erwachsene durchaus fesselnd zu lesen. V.a. bei Elanus (2016) und Aquila (2017) wollte man das Buch vor lauter Spannung nicht aus der Hand lesen. Poznanski greift in ihren Büchern Themen auf, die moderne technische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum beschreiben. So auch in „Thalamus“, bei dem der verunfallte Timo in einer Rehaklinik landet. Er kann sich durch die Schädigung seines Hirns nicht äußern, ist auf eine Art in sich gefangen, beobachtet aber seltsame Dinge. Hier hat das Buch meiner Meinung nach seine Längen. Poznanski beschreibt seine Gedankengänge und seine inneren Auseinandersetzungen, wenn sein Körper nicht funktioniert. Hierbei wiederholt sie sich aber oft und der Spannungsaufbau leidet darunter. Zwar beschreibt  und entwickelt sie wie gewohnt sehr anschaulich die Charaktere, aber dafür kommt für meinen Geschmack die Handlung zu kurz. Auch scheint es unlogisch, dass manche Hilfestellung für die fehlende Kommunikation erst spät, manche gar nicht gefunden werden (die Reha ist doch auf solche Fälle spezialisiert…).

Gelungen ist für ich die kritische Auseinandersetzung mit dem Fortschritt der medizinischen Technik, der für manche ein Segen ist. Aber das geht nicht ohne Forschung, Versuche und ohne Rückschritte. Was aber ist, wenn sich die Medizin über gesetzliche Grenzen zum „Wohle der Menschheit“ hinweg setzt?

(Vorsicht, Spoiler!)

In Thalamus ist dies sehr persönlich beschrieben, darum dreht sich die Story des Protagonisten, der herausfindet, dass er Teil eines Feldversuchs in der Reha ist, bei dem es zu Problemen kommt. Dabei erscheint mir die Auflösung dann technisch doch eher einfach.

Ich finde, hier bleibt Poznanski hinter ihrem Potential zurück und es bleibt abzuwarten, ob die Produktivität dauerhaft auf Kosten der Qualität geht. Dies fände ich sehr schade, hat doch Poznanski vielfach gezeigt, dass sie es drauf hat!

[Rezension] Eberhofer, Zefix!


Über das Buch:

Autor: Rita Falk

Verlag: dtv

Genre: Kurzgeschichten

Preis: 8€ (gebundene Ausgabe)

Inhalt:

Niederkaltenkirchen ist überall!

Schräge, urkomische und herzerweichende Geschichten vom Franzl: Stunk mit der Susi, ein dämlicher Mordfall im Ruhrpott, ein Wochenende in Österreich mit dem Simmerl, dem Flötzinger und mindestens 17 Stamperln Himbeergeist. Außerdem: Wie der Franz einmal sein Herz an ein vierbeiniges Wesen verlor … Und obendrauf gibt’s ein bayrisch-hochdeutsches Glossar, hilfreich kommentiert vom Eberhofer persönlich. Damit »Mia san hia« auch in den letzten Winkeln der Republik verstanden wird. Gell.

Meine Meinung:

Prädikat: jo mei…

=Ausdruck hilfloser Anteilnahme, des Bedauerns oder Mitleids auf bayerisch.

Ob Ritas Falk dies zu ihrem kleinen Bücherl sagen würde, sei dahingestellt. Leider hat sie mit „Zefix Eberhofer!“ viele Fans enttäuscht.

Die Geschichten vom Franz lesen sich wie immer, nur ohne Krimi. Wobei, eine Leich‘ gibt es ja trotzdem. Es sind 4 kleine Geschichten um den Eberhofer, wie er leibt und lebt. Und seiner ganzen Bagage. Der Birkenberger Rudi darf natürlich nicht fehlen (mei, der Arme!), genauso wenig die Oma und all die anderen Personen, denen Rita Falk in den Eberhofer-Romanen liebevoll Leben und Charakter einhaucht.

Allerdings sind die Geschichten nur ein Aufwasch, quasi Recycling von dem, was der Fan eh schon kennt.. Vieles ist dem treuen Leser bekannt, zumal 3 der 4 Geschichten bereits in den Krimiromanen verpackt waren. Es liest sich trotzdem nett, insofern wär das noch gar nicht das Schlimmste. Aber wenn von einem kleinen Bücherl fast die Hälfte fürs bayrisch-deutsche Wörterbuch draufgeht, dann stößt einem das doch etwas bitter auf und man kommt sich etwas dumm verkauft vor. Wo man doch das Bücherl relativ teuer erkauft hat.  Sonst lese ich diesen Anhang gern, beschreibt er soch liebevoll die bayerische Kultur. Aber hier passt die Relation Eberhofer pro Euro nicht.

Bleibt abzuwarten, ob Rita Falk sich diesmal zugunsten von mehr Qualität länger Zeit lässt für einen weiteren Eberhofer-Krimi. Trotz der kleinen Enttäuschung bei diesem Buch freue ich mich doch auf weitere Abenteuer aus Niederkaltenkirchen!

 

 

[Rezension] Dornenherz


 

 

Über das Buch:

Autor: Karen Rose

Verlag: Droemer Knaur

Genre: Thriller

Preis: 16,99€ (Broschiert)

Inhalt:

Meredith Fallon betreut Opfer von sexuellem Missbrauch und hilft ihnen, wieder einen Platz in der Welt zu finden. Als ein Mord-Anschlag auf sie verübt wird, dem sie nur knapp entkommt, scheinen die Zusammenhänge klar: Bei ihrer Arbeit muss sie sich jemandes abgrundtiefen Hass zugezogen haben. Detective Adam Kimble vom Cincinnati Police Department, der ein Auge auf Meredith geworfen hat, unternimmt alles, um sie zu schützen. Doch Meredith ist nicht die Einzige, die der Killer im Visier hat …

Meine Meinung:

Als eine Person, die sowohl alle drei anderen Teile der Dornenreihe sowie auch alle insgesamt neunzehn (glaube ich) Bücher gelesen hat, muss ich sagen, dass ihr typisches Schema mit der Zeit seinen Charme verliert. Ausnahmslos alle neunzehn Bücher laufen ähnlich ab, was die Entwicklung der Beziehung der Hauptcharaktere, das Lösen des Falls und den Höhepunkt der Handlung angeht. Mittlerweile ist es möglich, die ungefähre Seitenzahl mancher Dinge zu ermitteln, und durch das immer gleiche Ende wird die Spannung etwas genommen. Schade finde ich besonders am Beispiel dieses Bands, dass eine Abweichung vom Gewohnten durchaus möglich gewesen wäre, und ich habe es mir die ganzen letzten Seiten über sehnlichst herbeigewünscht – leider erfolglos.
Auch sind die Täter der letzten Bände ein wenig, nun ja, langweilig, und auch die Morde verlaufen in etwa gleich ab. Wirft man nun einen Blick auf zum Beispiel Todesschrei, Nie wirst du entkommen oder Todesstoß, stehen die Bösen gerade in der Dornenreihe als ziemlich unkreativ und unspektakulär da.
Dennoch werden mich diese Gesichtspunkte vermutlich nicht davon abhalten, die nächsten Bücher zu lesen, denn auch wenn ich das Gefühl habe, bereits vor dem Lesen zu wissen, was in dem Buch nun geschehen wird, überzeugt mich ihr Schreibstil ungemein. Auch dass die früheren Hauptpersonen in keiner ihrer Bücher zu kurz kommen, da sie alle irgendwie miteinander verknüpft sind, gefällt mir (auch wenn ich Abwechslung in Form eines ‚zivilen‘ Hauptpaares (An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich unbedingt Diesel und Dani in den Hauptrollen lesen möchte) nicht schlecht fände, nur Polizisten oder Agenten wird auf Dauer langweilig).
Anders als in einigen anderen von Rose‘ Büchern spielt die Familie beider eine relativ große Rolle (allerdings sind, wie bereits erwähnt, die meisten Personen irgendwie miteinander verbunden), aber auch Freundschaften werden stärker als normalerweise betont, ein Punkt, der mir persönlich sehr gut gefällt.
Zuletzt möchte ich gerne noch sagen, dass der Täter in Dornenherz nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer zu erkennen ist. Das Buch eignet sich gut zum selbst Raten – und dies erfolgreich. Die Schlüsse, die schließlich die Polizei zieht, sind logisch und verständlich und bestätigen nur die Vermutung, die man selbst hatte.
Alles in Allem lässt sich sagen, dass ich trotz einiger verbesserungswürdigen Aspekte die Dornenreihe sehr mochte und ich mich auf weitere Bücher der Autorin freue, stets in der Hoffnung, dass sie etwas anders aufgebaut und die Täter wieder interessanter und abwechslungsreicher sind.

[Rezension] Wovon wir einen Ohrwurm bekommen


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Über das Buch:

Autor: Katja Berlin

Verlag: Heyne

Genre: Humor

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Seiten: 208

Inhalt:

Was tun wir, wenn wir unter der Dusche stehen? An welchen Wochentagen werden wir krank? Warum kaufen wir uns ein Fitness-Armband? Was machen wir, wenn der Stift nicht mehr schreibt? Und woran erkennt man Hundebesitzer? Der Graphitti-Blog präsentiert witzige Grafiken, die das alltägliche Leben, vor allem aber gefühltes Wissen abbilden – überraschend, kreativ, ungeheuer komisch und unnachahmlich gut!

Meine Meinung:

Es ist, nun ja, ein Buch voller mehr oder minder lustigen Grafiken. Einige neue Dinge, andere kommen einem bekannt vor, gerade wenn man den zugehörigen Blog liest. Das Buch eignet sich perfekt als Geschenk und um Langeweile (beispielsweise unterwegs oder auf der Toilette) zu vertreiben. Es ist schön handlich, farbenfroh und eine willkommene Abwechslung zu schwarzer Schrift auf weißem Papier, auch wenn man sich nicht mit allen Grafiken identifizieren kann 🙂

[Rezension] Dornenspiel


Über das Buch:

Autor: Karen Rose

Verlag: Knaur

Genre: Thriller

Preis: 17€ (Broschiert)

Seiten: 848

Inhalt:

Cincinnati, Ohio: Als Griffin „Decker“ Davenport nach mehreren Tagen aus dem Koma erwacht, wandern seine Gedanken sofort zu seinem letzten Fall. Er hat drei Jahre damit zugebracht, als FBI-Undercover-Agent einen Menschenhändler-Ring auszuheben. Doch er weiß auch, dass ihm das nur teilweise gelungen ist – und dass Kinder in Gefahr sind …
FBI Special Agent Kate Coppola ist entsetzt, als sie von Decker erfahren muss, dass ein Partner des Rings Jugendliche für seinen Online-Sexhandel benutzt. Sie und Decker eröffnen die Jagd auf ihn und werden gleichzeitig zu Gejagten. Denn ihr Gegner beseitigt alle, die ihm in die Quere kommen …

Meine Meinung:

Dornenspiel ist Karen Roses achtzehnter Thriller, und man erkennt ein eindeutiges Muster. Ich bin nicht unbedingt der Fan von Wiederholungen in allen Büchern, ich kann es nicht leiden, wenn alles gleich ist, doch ich muss sagen, dass es mir hierbei vollkommen egal war. Roses Schreibstil zählt definitiv zu einem der Besten, und die Handlungen sind gut durchdacht. Der Leser kann mit dem Geschehen mithalten, sogar eigene Beschlüsse ziehen und Verdächtigungen anstellen. Zwar dauert es anfangs ein bisschen, sich wieder an die Handlung der ersten beiden Teile zu erinnern, da der dritte Teil eine Woche nach Ende des zweitens spielt, doch ist man erst einmal drin, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Immer neue Wendungen sorgen für eine gesunde Spannung und die alten, lieb gewonnenen Charaktere der vorherigen Teile kommen nicht zu kurz. Besonders eingegangen wird auf die mentale Gesundheit der Hauptpersonen und teilweise auch der ‚unbedeutenderen‘ Charaktere oder früheren Hauptprotagonisten, was ich bisher (glaube ich) in einem Karen Rose Thriller sehr vermisst habe. Zum ersten Mal (glaube ich) wird darauf eingegangen, dass die Arbeit als Ermittler härter ist als manch anderer denken mag. Zwar wurde in Dornenkleid und Dornenmädchen bereits die Psyche von Adam kurz beschrieben (soweit ich weiß, wusste der Leser nur, dass er große Probleme hat und in einer Kinderpornografieverbrechensabteilung gearbeitet, sich dann aber eine Auszeit genommen hat), jedoch nicht näher darauf eingegangen. In diesem und vermutlich auch dem nächsten (das, glaube ich, von Adam und Meredith handeln wird) Buch spielt psychische Gesundheit – oder eben Krankheit eine zentrale Rolle, die Hauptperson kann sich beispielsweise ohne etwas in den Händen nicht konzentrieren und diverse Charaktere haben mit den Geschehnissen aus der Vergangenheit zu kämpfen, die durch diesen speziellen Fall wieder aufgeweckt werden. Auch kleinere Nebenrollen geben hier und da etwas von sich preis, was das Ganze eindeutig interessanter werden lässt.

Alles in Allem lässt sich sagen, dass der Thriller sehr gut gelungen ist. Ist man erst einmal im Geschehen drinnen, so lässt es sich kaum noch aus der Hand legen.

[Rezension] Schatten


Über das Buch:

Autor: Ursula Poznanski

Verlag: Wunderlich

Genre: Thriller

Preis: 15€ (Broschiert)

Seiten: 416

Inhalt:

Eine Entführung. Drei Morde. Und ein Täter aus der Vergangenheit…

Ein Mann, grausam zugerichtet in seiner Wohnung. Eine Hebamme, ertränkt in einem Bach – zwei Fälle, die Beatrice Kaspary als Ermittlerin im Dezernat Leib und Leben der Polizei Salzburg lösen muss. Schnell erkennt Beatrice, dass die beiden Morde zusammenhängen – und dass sie etwas mit ihr zu tun haben müssen. Denn sie kannte beide Toten. Sie konnte sie nicht leiden. Und sie weiß: Wenn sie nicht handelt, wird es weitere Opfer geben…

Meine Meinung:

Ich mag Ursula Poznanski und habe jedes Buch aus dieser Reihe verschlungen, allerdings fällt es mittlerweile stark auf, dass die Handlung sich wiederholt. Die Fälle sind jedes Mal etwas anderes, und gerade diesen fand ich wirklich gut, besonders, da man auf Beatrices Vergangenheit eingeht, aber das Muster ist jedes Mal das gleiche. Mord, Ermittlung, weitere Todesfälle, und am Ende wird sie entführt. Und immer kommt Beatrice mit einem Trauma gerade noch so davon. Man ist sich sicher, dass ihr nichts schlimmeres passiert. Das ist für mich ein sehr großes Minus.
Allerdings, das muss man dem Buch lassen, ist gut geschrieben. Man kann es flüssig und schnell lesen, und die Sprache ist nicht zu kompliziert. Der Täter wird erst am Ende bekannt, allerdings kommen die Ermittler lange vor dem Leser zum richtigen Schluss, da im POV der aktuellen Person nicht alle Details beschrieben werden. Man kann also mitraten, hat aber erst in den letzten paar Seiten Gewissheit. Auch wenn es nicht unbedingt viele Verdächtige gibt.
Was ich sehr gut fand, ist, dass endlich auf Beatrices Vergangenheit eingagangen wurde. Seit dem ersten Buch begleitet uns der Mord, der ihr Leben verändert hat, und endlich wurde er aufgeklärt. Ein weiteres Buch, das von ihren Schuldgefühlen geprägt wird, hätte ich nun wirklich nicht ertragen.

Fazit:

Ein guter Triller mit einigen Schwächen, der in der Lage ist, seine Leser gut zu unterhalten.

 

[Rezension] Murder Park


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Autor: Jonas Winner

Verlag: Heyne

Genre: Thriller

Preis: 12,99€

Seitenzahl: 414

Inhalt:

Willkommen im Murder Park!
Zodiac Island vor der Ostküste der USA ist ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel…keiner kann dem anderen trauen…die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen…

Die Ermittlerin zeigte auf das makabre Bild, das von einem Beamer an die Tafel geworfen wurde, und begann ihren Vortrag: „Jeffrey Bohner hat seine Opfer krankgespritzt. Es scheint ihn interessiert zu haben, wie das Gewebe auf Säure reagiert. Wir haben relativ gute Kenntnis davon, wie er die Injektionen durchgeführt hat, all das konnte post mortem rekonstruiert werden. Was genau Bohner jedoch dazu gebracht hat, welches Bedürfnis…er damit befriedigen wollte, ist weniger einfach zu beantworten. Offenbar wollte er seine Opfer so lange wie möglich am Rand des Todes halten. Ja, wir meinen, dass er so etwas wie Erregung aus dieser Nähe zum Tod gewonnen hat…dass er praktisch versuchen wollte, den Tod so nah wie möglich heranzuholen…“

Meine Meinung:

An und für sich ist die Idee nichts, sagen wir mal, neues. Eine Gruppe Menschen befindet sich an einem entlegenen Ort und plötzlich verschwindet einer nach dem anderen und wird ermodet. Allerdings handelt es sich in diesem Fall um einen Thriller mit einigen wirklich schockierenden Plottwists, die (meist) völlig unvorhersehbar sind. Und die Hauptperson, Paul Greenblatt, ist ein ziemlich komplizierter Charakter mit einigen Überraschungen, die im Laufe des Buchs ans Licht kommen. Die Story ist also, wie ich finde, wirklich gelungen und ein spanennder Thriller.
Ich glaube, dass mich einzig und allein der Schreibstil nicht überzeugt hat. Ich kann nicht sagen, woran es liegt, aber er war mir einfach nicht mitreißend genug.

Fazit:

Ein empfehlenswerter Thriller an einem unheimlichen Schauplatz!

[Rezension] AchtNacht


AchtNacht

Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Knaur

Genre: (Psycho-) Thriller

Preis: 12, 99€

Seiten: 400

Inhalt:

Es ist der 8.8., 8 Uhr 08.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Todeslotterie. Sie könnten den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8.8. jeden Jahres, würde aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte wäre eine AchtNacht lang vogelfrei, geächtet. Jeder in Deutschland dürfte ihn straffrei töten – und würde mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel.
Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

Meine Meinung:

Meiner Meinung nach echt spannender Lesestoff für Thriller-Fans. Die Idee kam Fitzek, als er mit seiner Frau „The Purge“ im Kino anschaute, wo es den Menschen in den USA an einem Tag im Jahr straffrei erlaubt ist, andere zu töten, damit die Nation an allen anderen Tagen in Frieden leben kann. Fitzek aber hat die Idee abgewandelt – in seinem Buch heißt es nicht „alle gegen alle“, sondern „alle gegen einen“.
Im Buch begleitet man die Hauptperson, Benjamin Rühmann, auf einer rasanten Flucht, im Laufe derer er sich nicht nur vor blutdurstigen Massen behaupten, sondern auch seine körperlich behinderte Tochter retten muss.
Wie es für einen Fitzek-Thriller üblich ist, gibt es einige gleichermaßen erschreckende wie überraschende Wendepunkte, die alles auf den Kopf stellen und die Abgründe der menschlichen Bösartigkeit – sofern sie ans Tageslicht kommt – beleuchten.
Benjamin Rühmann ist kein Held, im Gegenteil, er ist ein Versager, der in seinem Leben zahlreiche falsche Entscheidungen getroffen hat, aber letztlich ein liebender Vater und eine liebenswürdige Person ist. Das ist es, was ich an Fitzeks Büchern liebe. Dass er die Menschen beschreibt, wie sie tatsächlich sind – schwache Wesen, die gute und schlechte Entscheidungen treffen.

Fazit:

Für Psychothriller-Fans mit Sicherheit lesenswert. Vor allem, wenn man auf die altbekannten Verfolgungsgeschichten steht, in denen die Personen vor bestimmten Menschen flüchten müssen. Ein bisschen á la Dan Brown, nur ohne den geschichtlichen Hintergrund.
Liest sich schnell und flüssig.

[Rezension] Der Rat der Neun


 

Der Rat der Neun

Autor: Veronica Roth

Verlag: cbt

Genre: Sci-Fi/Fantasy

Preis: 19, 99 €

Seiten: 595

Inhalt:

In einer Galaxie, regiert vom Hohen Rat der Neun, beherrschen Gewalt und Rache das Leben der Völker. Während die Schicksale weniger Auserwählter die Zukunft aller besiegeln, besitzt jeder Mensch eine individuelle Gabe, die sich im Laufe seines Lebens entwickelt. Es ist eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Die meisten profitieren von diesen Lebensgaben. Doch nicht alle…
Für Cyra, Schwester des tyrannischen Herrschers Ryzek vom Volk der Shotet, ist ihre Gabe nichts als eine Qual. Ihre Lebensgabe ist Schmerz, den sie nicht nur selbst spürt, sondern den sie auch auf andere übertragen kann. Was sie zur wichtigsten und gefährlichsten Waffe ihres Bruders macht.
Auch Akos vom benachbarten friedliebenden Volk hat eine Gabe, die sein Leben noch beeinflussen wird. Genau wie sein älterer Bruder Eijeh. Dessen Lebensgabe ist auch der Grund, warum Ryzek die beiden Brüder gewaltsam entführen lässt, um sie zu versklaven. Als Diener Ryzeks trifft Akos auf Cyra. Die beiden kommen sich näher, doch für Akos zählt nur eins: seinen Bruder aus Ryzeks Händen zu befreien und zu fliehen. Cyra und Akos müssen sich entscheiden: ob sie sich gegenseitig helfen oder zerstören…

Meine Meinung:

Zweifelsohne ein extrem gutes Buch. Veronica Roth hat mit diesem Auftakt eines großartigen Fantasy-Zweiteilers eine völlig neue Galaxie erschaffen. Es gibt keinen Bezug mehr zu der Welt, wie wir sie kennen. Die Geschichte findet auf einem der neun Planeten statt, nämlich Thuvhe, der von einer weiteren Nation, den Shotet, bevölkert wird. Beide Völker möchten die alleinige Herrschaft über ihren Planeten, was unweigerlich zu Spannungen und offensichtlicher Feindseligkeit führt.
Ich finde die Lebensgaben besonders interessant. In keinem Buch habe ich bisher so spezielle Fähigkeiten kennengelernt, beispielsweise die Schatten unter Cyras Haut, die sowohl ihr, als auch den Menschen, die sie berühren, Schmerz zufügen. Die Story ist einzigartig und extrem vielschichtig, ebenso die erwähnten Lebensgaben und Schicksale der auserwählten Familien.
Die Hauptcharaktere sind toll, einfach irgendwie anders, stark aber doch verletzlich. Ich für meinen Teil konnte ihre Entscheidungen verstehen und sogar gutheißen, womit ich bei Fantasy-Büchern
oftmals so manche Probleme habe. Die Veränderungen, die die Figuren durchlaufen sind ebenfalls vollkommen nachvollziehbar.
Das Buch ist sehr packend, mit einer nie langweilig werdenden Handlung, die es wirklich in sich hat. Ich konnte es irgendwann nicht mehr weglegen und es habe an einem einzigen Tag praktisch ganz gelesen.

Fazit:

Für alle Die Bestimmung – Fans mit Sicherheit ein gutes Buch, ebenso für Fantasy/Sci-Fi-Liebhaber. Mit einer spannenden Geschichte und einer fanatastischen neuen Galaxie, die man im Laufe der Story besser kennen und verstehen lernt. Mit vielen überraschenden Wendungen und einer mitreißenden Liebesgeschichte, die so eigentlich nicht zustande kommen dürfte