[Gastrezension] Thalamus


Über das Buch:

Autor: Ursula Poznanski

Verlag: Loewe

Genre: Thriller

Preis: 16.95€ (Taschenbuch)

Inhalt:

Ein schwerer Motorradunfall katapultiert den siebzehnjährigen Timo aus seinem normalen Leben und fesselt ihn für Monate ans Krankenbett. Auf dem Markwaldhof, einem Rehabilitationszentrum, soll er sich von seinen Knochenbrüchen und dem Schädelhirntrauma erholen. Aber schnell stellt Timo fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Junge, mit dem er sich das Zimmer teilt, gilt als Wachkomapatient und hoffnungsloser Fall, doch nachts läuft er herum, spricht und droht Timo damit, ihn zu töten, falls er anderen davon erzählt.

Eine Sorge, die unbegründet ist, denn Timos Sprachzentrum ist schwer beeinträchtigt, seine Feinmotorik erlaubt ihm noch nicht niederzuschreiben, was er erlebt. Und allmählich entdeckt er an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind. Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte …

Meine Meinung:

Spannendes Sujet, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück

Die bisherigen Jugendromane von Ursula Poznanski waren meist auch für Erwachsene durchaus fesselnd zu lesen. V.a. bei Elanus (2016) und Aquila (2017) wollte man das Buch vor lauter Spannung nicht aus der Hand lesen. Poznanski greift in ihren Büchern Themen auf, die moderne technische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum beschreiben. So auch in „Thalamus“, bei dem der verunfallte Timo in einer Rehaklinik landet. Er kann sich durch die Schädigung seines Hirns nicht äußern, ist auf eine Art in sich gefangen, beobachtet aber seltsame Dinge. Hier hat das Buch meiner Meinung nach seine Längen. Poznanski beschreibt seine Gedankengänge und seine inneren Auseinandersetzungen, wenn sein Körper nicht funktioniert. Hierbei wiederholt sie sich aber oft und der Spannungsaufbau leidet darunter. Zwar beschreibt  und entwickelt sie wie gewohnt sehr anschaulich die Charaktere, aber dafür kommt für meinen Geschmack die Handlung zu kurz. Auch scheint es unlogisch, dass manche Hilfestellung für die fehlende Kommunikation erst spät, manche gar nicht gefunden werden (die Reha ist doch auf solche Fälle spezialisiert…).

Gelungen ist für ich die kritische Auseinandersetzung mit dem Fortschritt der medizinischen Technik, der für manche ein Segen ist. Aber das geht nicht ohne Forschung, Versuche und ohne Rückschritte. Was aber ist, wenn sich die Medizin über gesetzliche Grenzen zum „Wohle der Menschheit“ hinweg setzt?

(Vorsicht, Spoiler!)

In Thalamus ist dies sehr persönlich beschrieben, darum dreht sich die Story des Protagonisten, der herausfindet, dass er Teil eines Feldversuchs in der Reha ist, bei dem es zu Problemen kommt. Dabei erscheint mir die Auflösung dann technisch doch eher einfach.

Ich finde, hier bleibt Poznanski hinter ihrem Potential zurück und es bleibt abzuwarten, ob die Produktivität dauerhaft auf Kosten der Qualität geht. Dies fände ich sehr schade, hat doch Poznanski vielfach gezeigt, dass sie es drauf hat!

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