[Rezension] Weißwurstconnection


Weißwurstconnection

Über das Buch:

Autor: Rita Falk

Verlag: dtv

Genre: Krimi

Preis: 15,90€ (broschiert)

Seiten: 304

Inhalt:

Ein Luxus-Spa-Hotel öffnet seine Pforten, und die Hälfte der Dorfbevölkerung tobt. Als kurz darauf auch noch eine Leiche ausgerechnet in einer Marmorbadewanne dort liegt, muss der Eberhofer freilich wieder ran. Ganz egal, wie geschmeidig es mit der Susi grad läuft. Leider ist der Birkenberger Rudi momentan ein wenig verpeilt – was den Franz vor eine schwere Entscheidung stellt. Bleibt zu hoffen, dass zumindest er den Überblick behält. Oder verrennt er sich dieses Mal tatsächlich ein bisschen?

Meine Meinung:

Das 8. Buch vom Eberhofer…wird es das letzte sein?

Für viele Fans wäre dies ein sehr schmerzlicher Verlust, haben sie sich doch schon so an diesen bayerischen Grantler gewöhnt. Ein Grantler ist er allemal, wann in den 8 Folgen hat er denn mal herzlich gelacht? Unglaublich, dass er trotz seiner rotzigen Art eine liebenswerte Seite hat, die nicht nur die Susi in ihm findet, wenn er diese Seite auch nur allzu gut versteckt. Natürlich spielt auch das Beziehungsgeflecht in Niederkaltenkirchen eine große Rolle. Die Charaktere sind doch recht markant mit großem Wiedererkennungseffekt beschrieben. Dies mag manchen Lesern etwas säuerlich aufstoßen, denn die besonderen Eigenheiten der Protagonisten werden von Rita Falk immer mehr herausgearbeitet- bis hin zur schieren Überzeichnung. So verspricht natürlich auch der Birkenberger Rudi, keinesfalls in die Langeweile abzudriften. Wobei – abtriften tut er schon, halt ins Esoterische. Die bissigen Diskussionen zwischen den beiden sind herrlich und man sieht den Rudi mit dem Eberhofer vor dem inneren Auge zanken (auch dank der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Sebastian Bezzel und Simon Schwarz in der Verfilmung). Der Simmerl und der Flötzinger sind nicht weg zu denken (letzterer diesmal etwas einsam, aber wer könnte es der Mary schon verdenken?). Nur der Papa, der macht sich rar dieses Mal, was sehr schade ist, denn mittlerweile hat man ihn und seine Beatles-Eskapaden ins Herz geschlossen. Aber die Oma, die Oma ist schon da. Und sie kocht auch. Für alle Fans von Omas Rezepten: mittlerweile ist ein Kochbuch erschienen: „Knödel-Blues“. Mangelnden Geschäftssinn kann man Rita Falk nicht unterstellen, aber die Rezepte sind bayerisch lecker und der Eberhofer mag’s auch.

Ach so, fast hätte man es vergessen, bei so viel „Umanant“, also Hin- und Her im kleinen Niederkaltenkirchen. Da gibt es ja noch einen Kriminalfall, den Eberhofer mehr oder weniger mit dem Rudi gemeinsam klärt. Hier liegt leider auch eine Schwäche dieses Buches. Der zunächst verzwickt erscheinende Fall mag sich diesmal so gar nicht richtig entwickeln, auch wenn er durchaus ungewöhnlich ist, zumal was das Ende anbelangt, aber es bleibt irgendwie das Gefühl zurück „Wie, das soll es jetzt gewesen sein?“ Die Sehnsucht nach einem spannenden Kriminalfall mit tosendem Finale bleibt dieses Mal weitestgehend unbefriedigt.

Fazit:
Es gibt Menschen, die Bekanntes und Rituale lieben. Gut, wenn etwas vorhersehbar und vertraut ist.
Auch wenn das Granteln und die Beziehungsangst vom Eberhofer manchmal ein Augenrollen hervorrufen: .
Für alle, die sich auf die Stereotypen der Eberhoferreihe freuen, ist das Buch wie immer eine nette Lektüre, die Spaß macht.
Andere stören sich daran, dass es wenig persönliche Entwicklung der Charaktere und wenig Neues bei den Niederkaltenkirchnern gibt.

Es zeichnet sich ab, dass für manche bisherigen Fans der Reihe hier der Ausstieg ist.
Die treuen Anhänger dürfen gespannt sein ob und wie es nach diesem Ende in Niederkaltenkirchen weiter geht.
Dabei bleibt Rita Falk zu wünschen, dass sie sich Zeit nimmt und nicht wie am Fließband weiter produziert

Ich persönlich freue mich schon sehr auf den nächsten Eberhofer, bin ob dem Cliffhänger auch sehr gespannt, warte aber lieber etwas länger zugunsten einer hoffentlich wirklich guten und spannenden Geschichte.

 

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