MonstER in MIr


Es ist schwarz und kalt. Es ist verdreht und lebt in mir.
Manchmal spüre ich es gar nicht, es wird manchmal leichter. Ich weiß zwar, dass es immer noch da ist, doch ich kann mit ihm leben.
An manchen Tagen saugt er nicht so viel Lich aus mir. An manchen Tagen hängt es sich einfach nur an mich, an mich und meinen Schatten. Er zieht an uns.
Das vorwärts gehen wir schwieriger, denn er will, dass wir anhalten. Er will nicht, dass wir vorwärts gehen. Er mag das nicht.
Doch an diesen Tagen, wo er nicht so groß ist, kann ich mich durchsetzten.
An diesen Tagen gehe ich vorwärts. Ich gehe mit einer Last, doch ich gehe vorwärts.
Das sind die leichten Tage. Die guten.
Die schwierigen sind anders. An den schwierigen sehe ich ihn nicht. Ich glaube, dann ist er in mir. Er schleicht sich manchmal leise und geduldig an mich ran weil er weiß, dass wenn ich ihn spüre ich gegen ihn ankämpfe.
Doch manchmal, wenn ich zu kaputt bin, wenn mir das kämpfen zu viel abverlangt hat, dann kommt er. Er weiß, dass wenn er mich öfters angreift, ich nicht mehr kann. Er weiß ich halte nicht lange durch.
Und so greift er immer wieder an und wartet. Er wartet, bis ich schwach bin.
Und dann kommt er.
Er kommt und er legt sich wie ein dichter, schwarzer Nebel über mich.
Ich bekomme Gänsehaut. Wenn er da ist, ist die Wärme weg. Das Licht verwandelt sich in stockdustere Finsternis. Ich friere. Denn er ist kalt.
Er legt sich über meinen leblosen Körper und ernährt sich von dem letzten Tropfen Licht, dass ich noch in mir habe. Je mehr Licht er mir weg nehmen kann, desto größer wird er.
Der pechschwarze Nebel umhüllt mich, wie eine Decke von meiner Mutter um mich gewickelt.
Es ist so eng. Ich bekomme keine Luft mehr. Ich kann mich nicht befreien.
Er hat mich umhüllt, er ist in mir eingedrungen. Alles ist schwarz geworden.
Ich lebe in einer Welt ohne Licht. Wenn er da ist, ist alles dunkel. Ich sehe nichts mehr. Ich kann nicht mehr vorwärts oder zurück gehen. Alles ist dunkel.
Wo bin ich? Wieso frage ich mich überhaupt? Hier gibt es nichts.
Alles ist kalt und nass und pechschwarz. Es kommt mir vor, als wäre ich in einem Loch. Eingeengt, erdrückt, alleine.
Ich habe Angst. Mama, bist du irgendwo? Kannst du mich retten?
Hilfe…
Ich habe so Angst. Wo bin ich? Ich brauche Luft. Luft! Mein Hals schnürt sich zu.
Ich finde keinen Ausgang aus dieser Hölle, alles hat die gleiche Farbe, alles sieht gleich aus. Es hat keinen Sinn mehr. Wieso bewege ich mich noch? Ich werde hier nie mehr raus kommen.
Ich verkrieche mich in eine Ecke und hocke mich hin. Ich wippe hin und her, halte mir die Ohren zu. Ich will hier raus. Ich will weg. Ich will einfach nur verschwinden.
Alles soll aufhören. HÖR AUF! Lass mich gehen.
Ich spüre wie etwas kaltes näher kommt. Langsam und bedrohlich. Ich kann es nicht sehen.
Ich weiß aber, dass er es ist. Er kommt immer.
Dieses etwas, es kommt. Es schleicht wie eine Schlange und greift mich an wie ein Gewitter. Erst langsam tastet er sich an meine Füße heran, ich wehre mich nicht.
Er will immer immer mehr. Ich wehre mich nicht.
Wieso auch? Ich will einfach nur verschwinden.
Langsam ergreift es Besitz von mir. Wie ein Dämon.
Ein Dämon, der in mir lebt und für mich atmet.
Ich spüre schon lange nichts mehr. Mein Körper ist taub, mein Herz wurde auseinander gerissen, meine Lunge mit schwarzen Teer getränkt und meine Seele zerfetzt.
Mich gibt es nicht mehr. Ich existiere nicht länger.
Der Dämon in mir atmet für meinen Körper.
Er lebt für mich. Ich bin nicht mehr da, doch er schon.
Ich habe aufgegeben.
Er hat gewonnen.

Dilara ❤

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