Photograph – We keep this love in a photograph. We make these memories for ourselves


10.09.2010 – 10 Jahre alt

‚Bist du zuhause?‚, schrieb Flo. ‚Klar‘, schrieb ich zurück und schickte die SMS ab. Danach kam zehn Minuten nichts mehr, und ich begann mich zu langweilen. Also schaltete ich den Fernseher an. Allerdings klingelte es mitten in ‚Die Gummibärenbande‘, und ich war gezwungen, aufzustehen und zu öffnen, da niemand anderes da war. Vor der Tür stand Flo. „Hey“, flüsterte er mir ins Ohr, als er mich umarmte. Er war die kompletten letzten zwei Wochen im Urlaub gewesen, aber wir hatten zumindest jeden zweiten Tag geskyped. Dennoch war es unglaublich schön, meinen besten Freund wieder in die Arme zu schließen. „Also, was machen wir, bevor unsere Freiheit endgültig in die Hände eines Gymnasiums gelegt wird?“, fragte er, als wir uns lösten. „Oh, ich weiß nicht, lass uns Bomben bauen“, gab ich sarkastisch zurück. Lächelnd schaltete ich den Fernseher aus, bevor wir nach oben gingen. In meinem Zimmer angekommen, warf sich Flo direkt quer auf mein Bett. „Und? Was machen wir jetzt?“ „Keine Ahnung“, antwortete ich achselzuckend und ließ mich auf den Schreibtischstuhl fallen. „Was denkst du, wie es auf dem Gymnasium so ist?“, fragte ich schließlich nach einem Moment der Stille. „Na ja, intelligent vielleicht. Ich habe keine Ahnung, Jo, ich bin noch nie auf einem Gymnasium gewesen.“ Seufzend blickte ich zu meinem Freund. „Ich will da nicht hin.“ „Aber wir können auch nicht ewig in der Grundschule bleiben. Oder im Kindergarten.“ Eine Weile dachte ich über seine Worte nach, ehe ich aufstand und mir ein Kissen von meinem Bett griff. Keine zwei Sekunden später landete es in Flos Gesicht. Er rappelte sich erst einmal mühsam hoch, bevor er sich ein weiteres Kissen griff und auf mich losging. Eine Weile lieferten wir uns eine Kissenschlacht, dann fielen wir kichernd und mit zerzausten Haaren auf das Bett. „Ich will für immer Ferien haben“, meinte Flo plötzlich und stemmte sich hoch, um mich anzusehen. Doch bevor ich etwas sagen konnte, platzte meine Mutter ins Zimmer. „Jo, hast du noch Wäsche zum Waschen? Oh, hi Flo“, sagte sie. Ich schüttelte den Kopf, noch während Flo fragte: „Darf ich hier übernachten?“ Mama lächelte ihn freundlich an. „Na klar. Aber bitte seid abends nicht zu laut, okay?“ Erleichtert sank er ins Kissen zurück und starrte an die Decke.

„Nein. Nein, Flo. Lass das“, kicherte ich, als mein Kumpel versuchte, mir das Wasser aus seinem unbenutzten Zahnputzbecher über den Kopf zu schütten, während er sich selbst die Zähne putzte. Glücklicherweise war ich schon fertig, und Flo, der in den abgelegten Klamotten meines Bruders am Waschbecken stand, spülte sich auch endlich den Mund aus. Es war zehn Uhr abends und ich wollte nur noch schlafen. Immerhin hatten wir uns den Wecker auf sechs Uhr gestellt, um für Montag vorbereitet zu sein. Wir hatten ja nur noch morgen zum Üben. Leise legte ich mich schon mal ins Bett, und etwa drei Minuten später kam auch Flo. Zum Glück war mein Bett groß genug für uns Beide, und ich hatte auf meinen Kissen und der Decke einen gemütlichen Schlafplatz geschaffen. Er schaltete das Licht aus, bevor er zu mir ins Bett kletterte. „Schlaf gut, Jo“, flüsterte er noch, drückte mir einen Kuss auf die Wange und schloss die Augen.

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