die Geschichte hinter dem Tagebuch


Was ich aber nicht wollte, war dass Brad auswich während ich ihn schlug. Ich wollte, dass der stehen blieb und es hinnahm, ich wollte, dass er meine ganze Wut spürt! Dass er mal versteht, wie sehr ich ihn hasse und wie sehr er mir weh getan hat. Ich wollte, dass er mich versteht… aber er lachte einfach immer nur weiter und wich ein paare Schritte zurück, auf diesen komischen Eingang hinzu. Er stand dort und lachte mich aus und plötzlich und plötzlich war er weg.

Er war dort, genau vor mir und dann war er weg. Er fiel in den komischen Eingang hinein, er fiel in einen geöffneten Aufzugschacht. Keiner von uns hatte den Aufzugschacht gesehen. Er fiel. Alle fünf Stockwerke. Es war 2:36 Uhr.
Es war still. Für ein paar Sekunden war es Totenstille. Keiner von uns beiden realisierte es. Ich kann mir sogar Brad’s verdutztes Gesicht vorstellen, wie er plötzlich fiel und keinen Boden unter den Füßen mehr hatte. Es war ruhig. Zu ruhig.  Doch dann hörte ich ein dumpfes Geräusch, irgendetwas ist auf den Boden aufgeschlagen. Das Geräusch kam aus dem Aufzug, es klang so, als wäre ein Mensch auf dem Boden aufgeschlagen. Dieses Geräusch drang in meine Ohren, in meine Haut. Es war ein Knall. Es war der Knall des Todes. Er dröhnte so laut, dass ich Angst hatte, das mein Trommelfell platzte. Mein ganzer Körper vibrierte, das Gebäude vibrierte. Der Knall, war Brad’s Knall. Brad ist in den Tod gestürzt. Ich habe ihn… Nein. Es war seine Schuld. Doch dieser Knall… Es war schmerzhaft. Er war so laut, dass es weh tat. Dann wurde es wieder ruhig. Noch ruhiger als zuvor.
Brad war weg.

Ich schreibe das nur auf weil mein Apartment nicht mehr so ruhig ist. Brad ist immer noch weg aber… irgendwie ist er noch da.
Ich glaube, er ist mir nach Hause gefolgt.

März 20, 1991

Okay, Brad, siehst du? Ich tue es. Ich schreibe. Hör auf mich an zu schreien. Ich kann diese Schreie nicht aushalten.

Als er den Aufzug hinab feil, hätte ich nach Hilfe suchen sollen aber habe ich nicht. Ich hatte Angst, okay? Ich war besorgt, dass jemand denken würde, ich hätte ihn absichtlich geschubst und ich weiß nicht, vielleicht habe ich das ja auch. Ich habe keine Hilfe geholt. Ich bin runter gerannt, ins Erdgeschoss. Dort lag er. Seine Augen waren auf, doch irgendwie waren es nicht seine Augen. Sie sahen anders aus, der Tod hatte sie verändert. Sein Lachen, mit dem er mich noch zuvor ausgelacht hatte, war weg. Sein Gesichtsausdruck war ahnungslos. Irgendwie ängstlich. Er sah so verzerrt aus… Er wusste nicht, dass er fallen würde, er wusste nicht, dass sein Kopf aufschlagen würde. Er wusste nicht, dass er in den Tod fallen würde.
Und so lag er da. Tod. Doch sein Blut floss noch. Ich konnte es nicht genau erkennen aber ich war immer noch barfuß und spürte etwas warmes, wasserartiges durch meine Zehenspitzen fließen. Es war sein Blut.

Ich bedeckte ihn mit dem Schutt und den Trümmern, die dort herumlagen. Ich nahm mir sein Portemonnaie und verließ ihn weil ich dachte, sie würden ihn finden und vielleicht denken, dass er ermordet wurde weil jemand sein Geld klauen wollte oder so.  Aber sie haben ihm immer noch nicht gefunden. Und jetzt ist es schon zu spät, um noch was zu sagen, denn sonst werde ich für mitschuldig gehalten.
Woher hätte ich, dass denn wissen sollen? Niemand bereitet einen auf sowas vor! Ich hatte Panik, ich war taub, ich wusste es einfach nicht anders, Brad!

März 25, 1991

32 Tage schon. Wie Brad wohl aussieht?

Ich kann es Ihnen einfach nicht sagen, Brad, bitte hör auf zu schreien!
Ich weiß du bist wütend aber bitte. Hör auf. Es war deine Schuld! Es war alles deine Schuld! Warum musstest du mich in dieses Gebäude zerren? Du bist Tod und es ist deine Schuld.

März 26, 1991

Brad will, dass ich zur Polizei gehe aber ich kann nicht. Ich will nicht ins Gefängnis. Er spielt die ganze Zeit diese Streiche, stapelt all meine Stühle aufeinander, dreht alle Bilder an der Wand rückwärts, bringt die Wasserhähne dazu Blut anstatt Wasser fließen zu lassen. Es ist 2:36 Uhr. Es sind seine dummen Spiele aber nun sind sie schlimmer, denn er ist wütend und er hat mehr Macht. So etwas musst passieren, weißt du? Er und seine ‚Spiele‘.

Ich fange an Angst zu bekommen aber ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann. Ich habe seid fast drei Wochen nun nicht mehr richtig geschlafen. Vielleicht 4 Stunden. Ich kann nicht schlafen, dafür sorgt Brad. Ich sehe sein Gesicht im Spiegel, morgens, wenn ich ins Bad gehe. Sein Gesicht ist verzerrt, ahnungslos. Doch dann ändert es sich. Es wird abartig, er schreit. Seine Augenbrauen ziehen sich zusammen und seine Augen funkeln. Die Pupillen sind schwarz. Pechschwarz, früher waren sie dunkel blau. Ich sehe mich in diesen zornigen Augen wieder. Er will Rache. Brad ist wütend.

März 30, 1991

Das ist Jennifer. Ich habe Brad geschubst.

Brad wird niemals zurück kommen, also habe ich getan, was ich tun musste.

Betrachte das, als meinen Abschiedsbrief.

Brad ist weg und es ist alles meine Schuld.

-Ende-

Dilara ❤

Falls ihr den Rest (Anfang) lesen wollt, klickt auf die Links!
Teil 1
Teil 2
Teil 3

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