Märcholie der Unschuldigen – Teil 4


Amelie blickte über die Stadt. Armanos war eine wunderschöne Stadt bei Nacht. Umgeben von den rießigen Mauern und endlosen Bäumen. Manchmal wirkte sie wie ein kleines Schloss, welches in einer Schneekugel steckte. Armanos war eine eigene kleine Schneekugelstadt. Insbesondere an einem Samstag Abend. Denn Samstags wurde der Bazar eröffnet, die Tore der mächtigen Stadt standen für alle Menschen offen. Es war der einzige Tag an dem Kandidaten und Adlige miteinander interagieren konnten, wie Gleichgestellte. Natürlich waren sie es nicht, noch nicht mal an einem Samstag aber man erhielt den Schein und nach einer Zeit vergaß man einfach wer man war. Man wurde ganz und gar von dem Gefühl der Freiheit eingehüllt. So empfand Amelie das jedenfalls. Sie wollte schon immer nachts auf den Bazar gehen, denn nachts wurde es immer bunter als am Tage. Das wusste sie weil sie jeden Samstag Abend auf ihrem Fenster saß und still das Fest beobachtete. Die Laute und die Musik tönten bis nach oben zum Hügel, wo das Anwesen der Beifongs stand. So war es Amelie gegönnt, dass sie, obwohl sie nicht selber dabei war, das Fest trotzdem miterleben konnte. Auf ihre ganze eigene Art und Weise. Genau wie an diesem Samstag, an ihrem 10ten Geburtstag. Sie saß wieder auf ihrer Fensterbank und lauschte der Musik, die vom Tal nach oben klang. Sie beobachtete die bunten Feuerwerkskörper, die nacheinander in die Luft gejagt wurden und explodierten. Für die kleine Amelie wirkte es wie Feenstaub, der in dem Nachthimmel geschossen wurde. Ein Feenstaub, der sie immer wieder aufs neue verzauberte. Doch auch wenn das Feuerwerk irgendwann verschwand, der Zauber, den er bei Amelie hinterlassen hat, blieb und wurde immer stärker. Irgendwas machte es mit ihr, sie wusste selber nicht genau was es war aber eine immer größere Sehnsucht wuchs in ihr heran. Eine Sehnsucht nach neuem, nach dem Glitzer, nach der Magie. Sie wollte einfach aufhören Amelie zu sein, aufhören zu ihrer Familie zu gehören, wo jeder nur auf sich selber aufpasst und alles gestellt ist.  Sie hatte keine Lust mehr eine Rolle zu spielen.  Sie hatte es satt ein Asseccoire zu sein, sie wollte ein Mensch sein. Sie wollte Leben. So kam es, dass Amelie irgendwann den Entschluss fasste, den Zauber zu jagen. Ihn zu fangen und ihn zu behalten.

 

Dilara ❤

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