The smiling Man – Teil 3


Nun wurd es mir bewusst. Ich realisierte etwas, was mir mein Instinkt schon die ganze Zeit versucht hatte, mitzuteilen. Ich war in Gefahr. Das erste mal in meinem Leben, war ich wirklich in Gefahr. Ich wusste, dass ich rennen musste, sonst wäre ich Tod. Doch das zu realisieren, dass ich gleich sterben könnte, dagegen wehrte sich mein Verstand mit aller Macht. Die Befehle meines Gehirns überrollten sich, sie schrien, sie schlugen, sie verstummten. Ich hörte und fühlte nichts mehr. Ich nahm nur noch ein taubes Gefühl war. Ich war so geschockt, dass ich einfach wie angewurzelt stehen blieb und ihn anstarrte.
Und dann fing er wieder an in meine Richtiung zu laufen. Nicht mehr so tanzend wie zuvor, sondern aggressiver. Er nahm gigantische, übertriebene Schritte. Doch er lief nur auf seinen Zehenspitzen, was mich nur noch mehr beunruhigte. Als wäre er ein Cartoon Charakter, der jemanden heimlich verfolgt. Aussgenommen dass er sich sehr, sehr schnell bewegte und mich definitiv nicht nur verfolgen wollte.
Ich würde gerne sagen, dass ich an diesem Punkt weggerannt wäre oder mein Pfefferspray rausgeholt hätte oder mein Handy oder irgendetwas einfach. Dass ich einfach auf meine Instinkte gehört hätte. Aber das habe ich nicht. Ich stand da einfach, komplett eingefroren, als der grinsende Mann auf mich zu gekrochen kam.
Und dann stoppte er wieder, ca eine Auto Länge von mir entfernt. Immer noch grinsend in den Himmel guckend. Ich bin unsicher aber ich glaube, ich hörte ein Gurgel ähnliches Geräusch aus ihm kommen. Hatte er gerade etwa gelacht?
Ich blieb weiterhin stehen, er auch. Ich starrte ihn an, er mich auch. Der einzige Unterschied zwischen uns war, dass sich in meinen Augen pures Entsetzen wiederspiegelte, in seinen jedoch nur Lust und Wahnsinn.
Als ich endlich meine Stimme wieder gefunden hatte, platzte ich das erst beste, was mir in den Sinn kam, heraus. Was ich eigentlich vorhatte zu sagen war „Was zur Hölle willst du?!“ in einem wütenden, beherrschtem Ton. Ich wollte wieder Herr meines Körpers und Herr der Lage werden. Ich wollte ihn einschüchtern und ihm klar machen, dass ich keine Beute bin. Dass ich ein Kämpfer bin, ein starker Jäger.
Doch stattdessen kam nur ein leises Wimmern heraus, „War zur Hö…?“
Ungeachtet dessen ob Menschen Angst riechen können oder nicht, man kann sie ganz
Gewiss hören. Ich hörte es in meiner eigenen Stimme und das hat mich nur noch mehr beängstigt. Es hat mich nur noch mehr zum Lamm gemacht, anstatt zum Wolf. Aber er hat darauf überhaupt nicht reagiert. Er stand einfach nur da, grinsend.

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