Märcholie der Unschuldigen – Teil 2


Als Amelie die Straßen der Kaiserstadt entlang spazierte, mit ihrem Vater im Schlepptau, hatte ihr Gang so eine Leichtigkeit und so einen Schwung, dass es einem vorkam, als würde sie hüpfen. Amelie mochte die Hauptstraße der Kaiserstadt. Einmal pro Woche, an einem Samstag, war es allen Bewohnern, auch den nicht Adligen, gestattet ihre Stände aufzuschlagen, so weit sie die Erlaubnis vom Ministerium dazu erhalten hatten. Und so wurde jeder Samstag zu einem aufregenden Abenteuer für Amelie. Auch wenn ihr Vater nicht immer mitkam, um sich die bunten Stände der Unterschicht mit seiner Tochter anzugucken, ging sie jeden Samstag, auch wenn es nur für eine Stunde war, auf den Markt und kaufte hier und dort ein paar glitzernde Gegenstände, denn Amelie liebte alles was funkelt. Die Hauptstraße war gepflastert und nicht gerade breit, daher konnte man Samstags, wenn die Stände an beiden Seitenstraßen errichtet wurden, nur zu Fuß hindurch gehen. Amelie war fasziniert von der Welt außerhalb der Adligen. Jedesmal wenn sie die bunten Lichter, die farbenfrohen Stoffe und die internationalen Gerichte sah, wurden ihre süßen, blauen Augen riesengroß und ihr Mund klappte auf. Es war für sie die einzige Chance, das Leben außerhalb der Kaiserstadt zu erleben. Die neuen Gerüche, die Menschen und die Musik. Sie wurde wie eine Marionette von den neuen Eindrücken gesteuert und wanderte so, von Stand zu Stand und vergaß die Welt um sie herum. All das, war neu für sie und zog sie in einen Bann, der jedes mal ihr Herz entführte. Die Straßen waren überfüllt. Überall strömten Menschen herbei und ab und zu tritt man einander auch ausversehen auf die Füße. Jeder schrie irgendjemanden etwas zu und jeder wollte schnell die besten Angebote ergattern. Es wurde gedrängelt und geschubst, doch trotzdem fühlte sich das kleine Mädchen, das sonst immer Interaktionen mit Mitmenschen vermied, wohl in der Menschenmenge. Sie schnupperte und nahm jegliche Gerüche war, sei es den Geruch der Blumen, der Rosen, die am Straßen wuchsen und erblüht waren und ihre volle Pracht preigaben oder sei es der beisende, brennende Geruch von dem Essen, das an einem Stand gegrillt wurde. Doch am schönsten war für Amelie, der Klang der Instrumente. Niemand spielte besser als hier auf dem Bazar. Sobald sie die Töne hörte,  sperrte sie ihre Ohren auf, um die Lokalität ausfindig machen zu können, von der die Musik erklang. Das erst mal, als Amelie Musik gehört hatte, war sie 10. Sie war vorher schon zweimal kurz auf dem Markt gewesen, jedoch nur in Begleitung von Dienern und unter strenger Beobachtung. Ihrem Vater war nicht wohl bei dem Gedanken, dass sein wertvoller Schatz zusammen mit dem Gesindel und Kandidaten interagiert. Sie war eine Adlige und eine Adlige spricht nicht mit dem Gesindel. Eher gesagt, spricht das Gesindel nicht mit den Adligen. Es ist Ihnen jeglicher Kontakt mit den Adligen untersagt. Sie sind es nicht wert, dass sich hochrangige der Kaiserstadt mit ihnen einließen, ihnen überhaupt mit einen Blick würdigten. Doch als Amelie 10 war, hat sie etwas getan, für dass sie, wenn sie erwischt worden wäre, sehr viel Ärger bekommen hätte. Sie hatte ihre eigene Freiheit aufs Spiel gesetzt, sofern man ein Leben unter ständiger Beobachtung Freiheit nennen konnte. Das Anwesen der Beifongs, Amelies Familienname, lag auf einem Hügel, abgehoben von den restlichen Häusern der Adligen. Man konnte von dem Beifong Wohnsitz über die ganze Stadt gucken. Je höher ein Haus liegt, desto höher ist ihr Ansehen und desto mehr hält die Familie auch auf sich. Nur vier Häuser lagen über dem der Beifongs.

So könnt ihr euch den Basar vorstellen:

Und so ungefähr das Haus:

Dilara ❤

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2 Gedanken zu “Märcholie der Unschuldigen – Teil 2

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