Etwas verbotenes


Schon kein Bock mehr. 8 Uhr aufstehen ist einfach nichts für mich. Auch wenn ich früher viel eher aufstehen musste, sowas liegt mir einfach nicht. Alles vor 11 Uhr ist tabu. Aber was muss, das muss! Langsam und genervt richte ich mich auf, steige aus dem Bett und tapse noch total verschlafen Richtung Badezimmer. Es ist mein drittes Semester an der Universität. Ich wohne mit einer Mitbewohnerin Maren, die eher an den Partys anstatt den Vorlesungen interessiert ist und einem alten, fetten Kater, zusammen. Auf meinen Weg ins Badezimmer, werfe ich einen kurz Blick in Marens Zimmer. Alles stock duster und stickige Luft. ‚Sie hatte gestern anscheinend schon wieder zu viel.‘ Naja, was soll’s. Leise schließe ich ihre Tür, als mir Mo schnurrend um die Beine streift. ‚Na du? Hast wohl auch Hunger, was?‘ Ich kraule ihn ein bisschen am Ohr und mache mich auf in die Küche, um mir und Mo was zu futtern zu besorgen. Schnell und leise folgt mir der fetter, alter Kater, der schon ganz genau weiß, dass er was zu essen bekommt. Für mich gibt’s ein schlabbriges Toast und ein starken Cafe.
Wach bin ich immer noch nicht.
Meine erste Vorlesung heute beginnt um 10:00 Uhr, bis zur Uni brauche ich zu Fuß höchstens 15 Minuten. ‚Yes. Das heißt, ich bin noch gut in der Zeit.‘ Stolz auf mich und meine Zeiteinteilung, marschiere ich schnurr stracks zurück in mein Zimmer um mir meine Anziehsachen auszusuchen. Ich darf damit höchstens eine halbe Stunde mit vergeuden, sonst ist meine gute Zeiteinteilung dahin und mein Leben verfällt in seine ursprüngliche Form zurück. Nämlich in Chaos und Stress.
‚Heute ist Dienstag, das heißt die Mathematik Vorlesung von Herrn Huber übernimmt Herr Morrison… Mhmm, also etwas sexiges!‘ Herr Jeremiah Morrison. Er springt seit 1 1/2 Jahren für Herrn Huber ein. Keine Ahnung wieso. Aber ich danke Gott jeden Tag, dass er es gemacht hat. Denn Herr Morrison war etwas besonderes. Ich habe ihn das erste mal in einer Bar getroffen. Ich sollte eigentlich nur Maren abholen aber habe mich dann schnell überreden lassen, ein paar Shots mitzutrinken. Nach einer Stunde war ich hacke voll, meine Ohren glühten schon. Und da fiel er mir auf. Er saß an der Theke vor ein paar Lehrbüchern und schrieb etwas. ‚Wer geht in eine Bar um zu lernen‘ fragte ich mich lachend. Doch egal, er war mein neues Ziel. Ihn wollte ich haben. Wie er da saß, sein Rücken war zwar nicht breit aber groß. Durch das Hemd, was er anhatte, zeichneten sich leichte Muskeln ab. Das Hemd war an den Ärmel hochgekrempelt und man konnte an seinem Unterarme Adern sehen. Seine Hand bewegte sich rhythmisch. Ich habe noch nie jemanden so schön schreiben sehen. Sein ganzer Körper wirkte angespannt aber dennoch beruhigend. Er hatte eine Energie, die einen anzog. Als würde etwas beben. Seine Haut sah straff aus. Er war bräunlich, das passte gut zu seinem dunklem, lockigem Haar. Er wirkte irgendwie, als wäre er im falschen Jahrhundert. So elegant und stark. Die Bar war rappel voll, doch den einzigen, den ich sehen konnte war er. Als wäre alles um mich herum verschwunden. Ich nahm das Dröhnen der Musik nicht mehr wahr, nicht mehr meine Freundin die mit irgendeinem Typen rummachte. Garnichts mehr. Ich nahm nur seine Präsenz war. Sie erfüllte den ganzen Raum mit einer elektrisierenden Spannung. Ich habe an nichts mehr gedacht, nichts mehr gefühlt. Nur noch ihn. Er war in mir drin. Wie in einem Traum ging ich Richtung Theke, zu dem Mann, mit der faszinierenden, anziehenden Aura. Gerade als ich meine Hand ausstrecken wollte, um seinen Rücken zu berühren, drehte er sich zu mir um.
„Beobachten Sie gerne heimlich Leute? So etwas könnte ein anderer unter Stalking verstehen.“ Er grinste mich frech an. Den Stift immer noch in der Hand. Er war zu mir gedreht. Ich habe die Luft vor Schreck angehalten und einfach nur in seine dunkel braunen Augen gestarrt. Ich habe mich in ihnen verloren. Sein Gesicht war oval und dennoch hatte war es ein markantes Gesicht. Insbesondere seine Kieferpartie. Seine Kieferpartie bildete eine harte Line, die direkt zu seinen schwungvollen, schmalen Lippen führte, auf denen immer noch ein unwiderstehliches Grinsen hing. Links hatte er ein Grübchen.
Oh mein Gott. Er war schlicht und ergreifend einfach nur heiß. Und genau dann kam ich auch wieder zu mir. Was hatte ich mir dabei gedacht? Ich hatte weder einen Spruch auf Lager noch weiß ich, was ich auf seine peinliche und verführerische Bemerkung antworten soll. Das einzige was ich wusste ist, dass ich ihn schon seit 2 Minuten anstarrte. Und das ich ihn in meinem Bett haben wollte. Diesen Mann. Diese Stärke, die er ausstrahlte. Diesen Duft. Ich wollte diesen Duft all über mich. Ich wollte seinen Atem auf meinem Nacken spüren, seine Hände an meinen Oberschenkeln. Wie sie zugreifen und immer weiter nach oben wandern. Seine Lippen, wie sie meinen Hals liebkosten. Seinen Mund, wie er an meinem knabberte. Meine Füße kribbelten und ich bekam ein komisches Gefühl im Bauch, ein Gefühl der Lust und der Forderung. Ich wollte ihn.

Dilara ❤

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