I know you #37


Lange Zeit saß ich einfach nur im warmen Wasser und dachte über das eben Geschehene nach. Dabei stierte ich wie von Sinnen auf meine blutroten Finger, die ich schlussendlich unter Wasser abwusch. Mühsam kletterte ich aus der Wanne. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem mir einfach alles egal war. Ich hatte in meiner Beziehung mit Ric kaum welche bis gar keine romantischen Erlebnisse gehabt. Egal. Meine beste Freundin wurde niedergeschlagen. Egal. Ich wäre gerade beinahe umgebracht worden. Egal. Keinerlei Emotionen strömten durch meinen Körper. Mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck stellte ich mich vor den Spiegel und musterte mein Gesicht. Ich war blass, hatte tiefe Schatten unter den Augen. Waren die davor schon dagewesen? Ich wusste es nicht. Eine kleine Schramme zierte meinen Kopf, sie musste von vorher stammen. Meine Haare hingen nass über meine Schultern, ich fühlte die Tropfen meinen Rücken hinunterrinnen. Schließlich rappelte ich mich auf, trocknete mich ab. Rubbelte meine Haare mit dem Handtuch notdürftig trocken und sprühte Pflegespray drauf. Wickelte mir ein neues, trockenes Handtuch um die Hüfte, bevor ich den Raum verließ. In meinem Zimmer nahm ich mir ein Shirt von Ric und Stoffshorts aus dem Schrank. Keine Ahnung, woher ich das Shirt hatte. Er musste es wohl irgendwann bei mir vergessen haben. Aber es war bequem, also perfekt für meine nicht vorhandene Gefühlslage. Ich konnte kaum fassen, dass ich nach diesem Ereignis mit Alex weitermachte wie zuvor, doch was hätte ich tun sollen? Vielleicht die Polizei rufen. Oder Ric. Doch das tat ich nicht. Warum tat ich das nicht? Ich war so naiv, so dumm. Unternahm nichts dagegen. Unternahm nichts gegen einen Kerl, der mich tot sehen wollte. Oder an seiner Seite. Unternahm nichts gegen einen Psychopathen. Nach langem Hin und Her beschloss ich, zu meinen Eltern zu gehen. Sie saßen friedlich auf dem Sofa und sahen sich irgendeinen Film an, der im Fernsehen lief. Als sie mich sahen, rutschten sie ein Stück, so dass ich mich auch setzen konnte. Es lief Amanda Knox, aber nicht die Version mit der guten Cara Delevigne, sondern die mit Hayden Panettiere. Schweigend sahen wir drei auf den Bildschirm, bis Werbung kam.

Jah. Langweiliges Kapitel und so. Den Film habe ich reingebracht, weil ich ihn heute anschauen werde. Kommt glaube ich auf VOX, bin mir aber nicht sicher. Und ich kann euch gleich sagen, dass ihr mich hassen werdet, wenn ich gleich das nächste Kapitel hochlade. Kleiner Tipp: Schokomousse hilft.

Vielleicht werdet ihr euch auch freuen, wer weiß.

LG, Lea

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