I know you #17


POV Olivia

„Bitte was?!“, frage ich panisch. Ich will nicht zu Dad ziehen. Weder in eine Kleinstadt, noch weg von hier. „Ich möchte, dass du nach Forks kommst“, erklärt mein Erzeuger überdeutlich. Mir wird schlecht. Weg von hier? Weg von Miranda, weg von James? Weg von Ric?, wirft mein Unterbewusstsein ein. „Nein“, sage ich entschlossen und gestikuliere wild ins Nichts. Mittlerweile habe ich den Versuch, Alex‘ Nummer einzuspeichern, augegeben. „Nein“, wiederholt mein Vater verblüfft. Es klingt wie diese Stelle in Rapunzel – neu verföhnt, als Rapunzel ihrer Mutter widerspricht. „Nein.“ Lange Zeit ist es still, nur das Rauschen der Wellen ist zu hören, und ich realisiere, dass ich noch immer auf der Veranda stehe. Langsam lasse ich mich auf das kleine weiße Sofa, dass dort steht, fallen. „Du wirst hierher kommen, ob du willst oder nicht.“ Dads Stimme ist nur ein drohendes Flüstern. So kenne ich ihn gar nicht. So… drohend. Für mich war er immer der Held meiner Kindheit, auch jetzt noch. „Werde ich nicht“, widerspreche ich mit tonloser Stimme. „Wirst du. Weil du arbeiten sollst.“ „Arbeite selbst.“ Der leise Schlagabtausch zwischen Vater und Tochter wird lauter. „Du wirst hierher ziehen. Oh ja, das wirst du!“, brüllt er laut, sodass ich zusammenzucke. Ich habe ihn noch nie so erlebt. Eine Träne rinnt mir über die Wange. Er soll wieder zu meinem Dad werden. „Werde ich nicht.“ Mit diesen Worten lege ich auf und starre eine Weile in das nichts vor unserem Haus, das Telefon noch immer in der Hand. Letztendlich fang ich mich und gehe hinein. Die Tür fällt laut hinter mir ins Schloss, was Mike aufsehen lässt. „Und? Was wollte er?“ Ich presse lediglich meine Lippen aufeinander und schüttle den Kopf. Darüber möchte ich nun wirklich nicht reden. Mitfühlend sieht er mich an, entsinnt sich dann aber doch noch seinen erzieherischen Aufgaben und beginnt, mich zu tadeln: „Also, wo soll ich anfangen? Du warst nicht bei deiner Mutter im Krankenhaus, du kommst erst um 1 Uhr nachts nach Hause und du bist angetunken! Versuche ja nicht, es zu leugnen, junge Dame!“ Ein trauriges Lächeln bildet sich auf meinen Lippen. So war mein Vater auch, bevor Mom ihn erneut verlassen hat, entgültig diesmal. „Es tut mir leid.“ Meine Stimme ist ein tonloses Flüstern. „Was tut dir leid?“ „Dass ich eine schlechte Tochter bin und feiern war. Es tut mir leid.“ Verblüfft sieht Mike mir hinterher, während ich mich langsam Stufe um Stufe die Treppe hochschleppe. Oben angekommen schreibe ich eine Nachricht in die Gruppe von James, Miranda und mir: Mein Vater will, dass ich nach Forks ziehe. Will mich jemand töten?

Ja. Ich weiß, dass das Kapitel kurz ist. Tut mir leid.

LG, Lea

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