Story ohne Namen #29


*Celia*
Der Wecker klingelt und das Licht geht an. Stöhnend ziehe ich mir die Decke über den Kopf. „Aufstehen! Heute ist der letzte Tag vor den Ferien!“ sagt ein fröhlicher Cem neben mir. „Nein“ brumme ich verschlafen. Moment. Wenn Cem hier ist… Wo bin ich dann? Schlagartig schlage ich die Augen auf. Oh. In meinem Zimmer. Puh. Beruhigt kuschel ich mich wieder in meine Decke. Es ist so schon warm. Mit einem Ruck wird mir die Decke weggerissen. Was? Nein?! Nach einem langem Kampf tapse ich schließlich ins Bad und gucke mich im Spiegel an. Ich sehe besser aus, als ich mich fühle: Während den letzten paar Wochen fühlte ich mich schrecklich, ich litt enorm. Und dass Anna und Cem miteinander angebändelt haben, machte es auch nicht besser. Geschminkt und angezogen steige ich ins Auto. Noch einmal. Dann sind Ferien. Dann muss ich Zack eine Woche lang nicht mehr sehen. Dann ist es einfacher. Dieses Mantra wiederhole ich bis zur großen Pause. Da werde ich von Annas munterem Gequatsche abgelenkt. „Ich meine, das geht doch ni…“ sie verstummt. Verwirrt sehe ich mich um. Cem tritt zu uns, und Anna wird knallrot. Wow. So hab ich sie noch nie erlebt. „Ich muss noch…“ Wild gestikulierend suche ich einen Ort „… Irgendwo hin. Zur Toilette. Ich muss zur Toilette“ schließe ich ab und kneife die Augen zu. Ernsthaft? Irgendwo hin?! Oh man. Als ich von der Toilette zurück komme, stellt sich mir Anna in den Weg. „Celia? Ich weiß, dass Cem dein Bruder ist, und ihr euch einigermaßen nah steht, aber… Na ja… Er hat gefragt, ob ich mit ihm ins Kino gehe, und er sah dabei so süß aus, dass ich ihm das nicht ausschlagen konnte. Also, eigentlich wäre es Klasse, wenn wir zusammen kommen, es ist der erste, der mir zuhört. Ich wollte wissen, ob es für dich okay ist?“ stottert sie nervös. „Ja.“ Ich strahle sie an. „Natürlich, ich weiß deine Meinung zu schätzen, das ist zwar schade, aber… Warte. Was?! Echt?? Super!!“ und damit verschwindet sie. Lächelnd sehe ich ihr hinterher. „Es ist schön, dich lächeln zu sehen. Du siehst dann immer so schön aus.“ sagt eine vertraute Stimme hinter mir.

Am Dienstag darauf ist Faschingsdienstag, der einzige Tag im Jahr, an dem ich alle Hemmungen fallen lasse. Ich strahle mein Spiegelbild zufrieden an. Mit meinen schwarzen Chucks, der schwarzen Strumpfhose, dem ebenfalls schwarzem Rock und der weißen Bluse, die exakt einen Knopf zu weit offen ist, um als anständig durchzugehen, fühle ich mich eigentlich ganz gut. Lächelnd binde ich mir mein Haar zu einem frechen Dutt und tusche meine Wimpern. Mein Handy spielt lautstark „California Girls“ von Katy Perry, mein Klingelton. Marcel ruft an. Meine „Rache“ an Zack.

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